Unternehmen Geschichte

Die Geschichte der Motor Presse Stuttgart

Das Special-Interest-Medienhaus hat Zeitungsgeschichte geschrieben. 1946 zählten die Verlagsgründer um Paul Pietsch zu den Zeitungs-Pionieren im Nachkriegsdeutschland. Ihr Automagazin auto motor und sport war eine der ersten Zeitschriften auf dem Markt. Aus dieser Pionierleistung ist in über sieben Jahrzehnten ein international operierendes Medienhaus mit einer breitgefächerten, modernen Produktpalette gewachsen.

1946

Die drei Motorsportler Paul Pietsch, Ernst Troeltsch und Josef Hummel gründen zur Finanzierung ihres Rennsports die Motorsport GmbH in Freiburg und die Autozeitschrift „DAS AUTO“. Mitte 1946 legt das Trio der französischen Militärdienststelle Baden-Baden, die für die Lizenzierung von Presseorganen zuständig ist, ein gedrucktes Probeheft vor. Es folgen monatelange, zähe Verhandlungen mit der französischen Militärregierung. Paul Pietsch erinnert sich: „Ein Presseoffizier sagte zu mir, in Deutschland wird es nie wieder so viele Autos geben, dass eine Autozeitschrift nötig wäre.“ Ende 1946 erhalten sie das begehrte Dokument, die Zeitschriften-Lizenz Nummer 1308. Im Dezember 1946 erscheint dann mit einer Auflage von 30.000 Exemplaren und einem Umfang von 36 Seiten zum ersten Mal die Zeitschrift „DAS AUTO“, der Vorläufer der späteren auto motor und sport. Ab Juni 1947 wird „DAS AUTO“ aufgrund der großen Nachfrage monatlich publiziert, die Auflage klettert auf 50.000 Exemplare.

1947

Josef Hummel
Josef Hummel

Josef Hummel verlässt die Motorsport GmbH, um sich seinem angestammten Ölgeschäft zu widmen.

1949

Die Motorsport GmbH wird in Motor-Presse Verlag umbenannt und erwirbt vom Berliner König Verlag den Titel DAS MOTORRAD. Auch dieses Blatt erreicht rasch eine verkaufte Auflage von 50.000 Exemplaren.

1950

Der wirtschaftliche Erfolg des Verlages ebnet für Pietsch den Weg zurück in den Motorsport. 1950 startet er in einem Veritas RS und zeigt gleich bei seinem ersten Start, dass er in den elf Jahren Zwangspause nichts verlernt hat: Am 11. Juni 1950 gewinnt Pietsch das Eifelrennen auf dem Nürburgring in der Klasse der Sportwagen bis 1,5 Liter. 1950 gewinnt er auch die Deutsche Sportwagenmeisterschaft.

Der Verlag zieht von Freiburg in die zukünftige Autometropole Stuttgart.

1951

Die Motor-Presse bekommt ihren ersten Kooperationspartner: Der Würzburger Vogel Verlag bringt die beiden Titel "MOTOR UND SPORT" sowie "LASTAUTO und OMNIBUS" in den Stuttgarter Verlag ein. Aus "MOTOR UND SPORT" und "Das Auto" wird nun „Das AUTO + MOTOR und SPORT“. Die beiden Partner gründen die Firma "Vereinigte Motor-Verlage", in dem nun die Autozeitschrift erscheint. DAS MOTORRAD verbleibt im Motor-Presse Verlag. Erst in den 70er Jahren wird der Begriff Motor Presse Stuttgart geprägt, der alle Firmen der Verlagsgruppe umfasst.

1952

Am 3. August 1952 gewinnt Paul Pietsch auf dem Nürburgring den Großen Preis von Deutschland in der Klasse Sportwagen bis 1,5 Liter. Ein schwerer Unfall beim AVUS-Rennen am 28. September 1952 und die wachsende berufliche Doppel-Belastung veranlassen Paul Pietsch dazu, die Rennfahrer-Karriere an den Nagel zu hängen und sich voll auf den rasch wachsenden Verlag zu konzentrieren.

1954

Der Markt für Motorroller boomt. Der Titel DAS MOTORRAD nimmt diesen Markttrend auf und heißt fortan "DAS MOTORRAD und der Roller".

1955

Der Verlag publiziert nun ein eigenständiges Objekt, das dem Rollerboom Rechnung trägt "ROLLERei und MOBIL". Daraus entwickelte sich später die Autozeitschrift "mot".

1956

Ernst Troeltsch stirbt im Alter von 42 Jahren. Paul Pietsch übernimmt nun die alleinige Verantwortung für den Verlag als geschäftsführender Gesellschafter.

Das noch kleine Verlags-Portfolio erhält Zuwachs in Form der Zeitschrift "FLUG REVUE".

1965

Das Blatt "auto motor und sport" (bis 1963 "Das AUTO + MOTOR und SPORT") überspringt zum ersten Mal die Auflage von 100.000 Exemplaren.

1971

Paul Pietsch verkauft 15 Prozent seiner Anteile an Vereinigte Motor-Verlage an die Gruner + Jahr AG & Co.

Die Motor Presse erweitert ihre Zeitschriftenpalette um den Titel "sportauto", der die Zielgruppe der sportlichen Autofahrer anspricht.

1975

Mit dem Erwerb der Powerslide AG in der Schweiz bewegt sich die Motor Presse Stuttgart als eines der ersten deutschen Zeitschriftenhäuser auf europäischem Terrain. Damit erscheint die Schweizer Wochenzeitung "Motorsport aktuell" unter Motor-Presse-Ägide.

1976

Paul Pietsch gibt die Geschäftsführung der Vereinigten Motor-Verlage ab, bleibt aber Geschäftsführer des Motor Presse Verlags und übernimmt den Vorsitz des Beirats der Motor Presse Stuttgart.

1978

Der Verlag wagt die Entwicklung eines Objektes in einem für ihn neuen Segment: "Audio". Der Titel auf dem Gebiet der Unterhaltungselektronik findet schnell seinen festen Platz im Markt.

1979

Auf "Audio" folgt mit "video" eine weitere Eigenentwicklung. Der Erwerb des Titels "stereoplay" rundet das Portfolio im Sektor Unterhaltungselektronik weiter ab. Den Einstieg in Spanien verschafft sich die Motor Presse Stuttgart mit einer Beteiligung an der erfolgreichen Autozeitschrift "autopista". Damit wird der Grundstein für die spätere Gründung der spanischen Tochtergesellschaft Motorpress Ibérica gelegt.

1981

Die Motor Presse Stuttgart bündelt alle Auslandsaktivitäten in der Firma "Motor-Presse International“.

1983

Die Motor Presse wird mit einer Beteiligung an der Motorradzeitschrift "Moto Journal" in Frankreich aktiv. Auf dem deutschen Markt erwirbt die Motor Presse mit "Color Foto" einen weiteren Erfolgstitel.

1984

In einem boomenden Oldtimer- und Klassikmarkt wird das neu entwickelte Magazin "Motor Klassik" vom Start weg ein großer Erfolg.

1986

Die Motor Presse erwirbt den französischen Verlag S.E.T.T.F und legt damit einen weiteren Grundstein für vielfältige verlegerische Aktivitäten in Frankreich.

1988

Die Motor Presse sichert sich mit dem Erwerb der Zeitschrift "promobil" einen prominenten Platz auf dem Sektor der Freizeitmobile.

1989

Über die spanische Tochtergesellschaft Motorpress Ibérica beteiligt sich die Motor Presse an "auto hoje", einer auflagenstarken Autozeitschrift in Portugal und gründet gleichzeitig den Verlag Motorpress Lisboa.

Mit dem Erwerb des ungarischen Autotitels "auto MAGAZIN" beginnt die Motor Presse ihre verlegerischen Aktivitäten auf dem osteuropäischen Markt.

1990

Der Berliner Transpress Verlag und die Motor Presse gründen das gemeinsame Joint-Venture-Unternehmen T & M Verlag. Dort erscheint die in der ehemaligen DDR sehr erfolgreiche Autozeitschrift "AUTO/Straßenverkehr".

1991

Die Motor Presse bringt die erste Zeitschrift für Telekommunikation auf den Markt. Schnell entwickelt sich "connect" zum führenden Blatt in diesem Marktsegment.

1992

Zusammen mit der Dekra gründet die Motor Presse das Joint-Venture-Unternehmen "EuroTransportMedia Verlags- und Veranstaltungs GmbH". Hier erscheinen "transaktuell" und "Firmenauto".

Das Magazin sportauto startet die Motorsportveranstaltung Tuner Grand Prix mit DriftChallenge am Hockenheimring. Was damals als beschauliche Veranstaltung mit 17 Teilnehmerfahrzeugen begann, zieht inzwischen 30.000 Besucher und eine große Zahl an Renn-Boliden aller Art an.

1993

Mit der Gründung des Verlags Motor-Presse Praha und dem Erscheinen der Motorradzeitschrift MOTOCYKL werden die Aktivitäten in Osteuropa ausgeweitet.

1994

In Polen wird die Tochtergesellschaft Motor-Presse Polska gegründet. Die Motorpress-Ibérica baut gemeinsam mit Editorial Televisa in Mexiko das Tochterunternehmen "Motorpress Televisa" auf.

1995

Anfang 1995 beteiligt sich die Motor Presse Stuttgart an einem 1992 gegründeten Preßburger Verlag in der Slowakei mit vielfältigen Aktivitäten im Bereich Autopublizistik.

In Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Verlag Rodale Press bringt die Motor Presse Stuttgart erfolgreich die deutsche Ausgabe der Zeitschrift "Men's Health" auf den Markt. Zum Joint Venture Rodale-Motor-Presse gehört auch die erfolgreiche Laufzeitschrift "Runner's World".

1996

Motorpress Ibérica baut mit der Gründung des Tochterunternehmens Motorpress Argentina seine Aktivitäten auf dem südamerikanischen Kontinent weiter aus.

1997

Die Motor Presse-Aktivitäten in Südamerika werden auf Brasilien ausgedehnt. Die portugiesische Tochtergesellschaft gründet den Verlag Motorpress Brasil.

1998

Das Oldtimer-Magazin "Motor Klassik" startet mit der Silvretta Classic eine Rallye für klassische Fahrzeuge, die sich in den folgenden Jahren zu einer der renommiertesten Oldtimer-Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum entwickelt.

2000

Der Bereich Freizeit/Outdoor gewinnt bei der Motor Presse an Dynamik. Der Verlag übernimmt die Zeitschriften "klettern", "kanu" und "outdoor"